Die Freiwillige Feuerwehr aus Hafenreut übernimmt die Patenschaft beim 150-jährigen

Gründungsjubiläum der Kameraden aus Kaisheim. Gefeiert wird vom 24. bis 26. Juni 2016

 

Hafenreut/Kaisheim Unter dem lautstarkem Beifall von über hundert Feuerwehrmännern, -frauen, Jugendlichen und Festdamen sowie einigen Dutzend interessierter Bürger am Festzelt vor dem Hafenreuter Gerätehaus, unterzeichneten die Vorsitzenden der beiden Vereine, Johann Huber (Hafenreut) und Wolfgang Bittmann (Kaihseim), den Patenschaftsvertrag und beendeten damit das offizielle Patenbitten am vergangenen Samstagabend. Seit 2013 laufen die Vorbereitungen für das 150jährige Gründungsjubiläum der Kaisheimer Feuerwehr. Das Jubiläum wird vom 24. bis 26. Juni 2016 im Festzelt auf dem Verkehrsübungsplatz in Kaisheim zünftig gefeiert. Geplant ist ein großer Festumzug am Sonntag. Bis der Vertrag aber unterschriftsreif war, war es ein langer, steiniger Weg: Gleich zum Empfang der Kaisheimer Bittsteller am Ortseingang von Hafenreut durfte sich jeder der Anwesenden über eine 2cl kleine „Erfrischung“ erfreuen. Nach einer kurzen Begrüßung durch Vorsitzenden Huber, machte sich der imposante Zug auf zum Festzelt vor dem Feuerwehrgerätehaus. Bittmann legte dann der Hafenreuter Wehr den Grund für den Aufmarsch dar und bot im Namen des Festausschusses einen Kipf Brot sowie einen Schinken für die Übernahme der Patenschaft an. In Anbetracht der angespannten finanziellen Lage, sowohl des Marktes Kaisheim als auch der Kaisheimer Wehr, sei dies mehr als großzügig. Huber konnte über dieses Angebot nur lachen und forderte stattdessen, dass die Kaisheimer vor weiteren Verhandlungen erst einmal ihre Trinkfestigkeit unter Beweis stellen sollten. Nachdem die „schwarzen Massen“ gelehrt waren, konnte die Verhandlungen fortgesetzt werden. Doch auch das zweite Angebot von Kommandant Roland Schmid, ein weiterer Kipf Brot und zusätzlich noch einige Liter Milch, konnten die Hafenreuter nicht milde stimmen. Sie forderten im Gegenzug von den Kaisheimern, ihr Können als Feuerwehr unter Beweis zu stellen und einen „Brand in einem Wohnhaus“ mit der historischen Spritze der Hafenreuter Wehr zu bekämpfen. Unter der Führung von Kommandant Schmid wurde die Spritze sogleich einsatztauglich gemacht und eine Löschwasserversorgung aufgebaut. Dazu bildeten die Kaisheimer eine Eimerkette und transportierten so das Löschwasser von der Entnahmestelle, einem Regenfass, zur Spritze. Mit der tatkräftigen Unterstützung der Festdamen konnte Schirmherr und Bürgermeister Martin Scharr dann im Anschluss den Brand löschen und Schmid meldete „Brand aus!“. Anschließend ging es für die Kaisheimer auf den Büßer-Balken. Kniend, mit schmerzverzerrten Gesichtern erhöhten Sie ihr Angebot auf eine Brotzeit für alle, 100 Liter Freibier sowie die Zusage, mit den Hafenreutern nach dem Fest eine gebührende Nachfeier zu feiern. Bürgermeister Scharr appellierte an den Hafenreuter Vorstand, doch nun endlich ein Einsehen zu haben und dem Leiden ein Ende zu bereiten. Huber erklärte, dass unter den gebotenen Bedingungen einer Patenschaft nichts mehr im Wege stünde! Den im Anschluss servierten Schweinebraten mit Knödel vom Wertinger Festwirt Werner Schmid (Wortelstetten) sowie das Bier der Brauerei Unterbaar hatte man sich wohlverdient.