Die Zeit ab 2002

Im Januar 2002 finden aufgrund der anstehenden Ernennung von Rudolf Mieling zum Kreisbrandinspektor des Inspektionsbereiches Jura und interner Querelen vorgezogene Neuwahlen statt. Bisheriger 2. Kommandant Walter Reindl wird zum 1. Kommandanten gewählt. 1. Vorstand wird Helmut Merkle. Heinz Meier aus der Nachbargemeinde Buchdorf wird zum Kreisbrandmeister für den KBM-Bereich Kaisheim bestimmt. Im Januar werden für die Jugendgruppe neue Überjacken als Ergänzung der Schutzausrüstung vom Verein angeschafft.

Am 20. April wird der letztes Jahr aufgrund der tragischen Ereignisse des 11. Septembers entfallene Kreisjugendfeuerwehrtag nachgeholt. Über 50 Mannschaften treten auf dem Kaisheimer Sportplatz an, um ihr Können beim Schwäbischen Wettbewerb der Feuerwehrjugendgruppen zu messen.

Im Juni übernimmt die Feuerwehr den Ordnungsdienst bei der Einweihung des Gewerbegebietes. Im August werden mit der Kreisbrandinspektion erste kontroverse Diskussionen zum Thema "First Responder" geführt. Unsere Nachwuchsfeuerwehrler wollen sich auch auf diesem Gebiet stärker engagieren.

Die Jahre 2002 und 2003 sind insgesamt geprägt durch eine sehr intensive Aus- und Fortbildung der Mannschaft auf dem neuen Fahrzeug LF 16/12. Zahlreiche Übungen werden abgehalten, um sich mit der vielfältigen Technik des neuen Fahrzeuges vertraut zu machen.

 
 
Die Zeit von 1992 - 2002

Im Rahmen der Generalversammlung im Januar 1992 vollzieht sich in der Führung der Kaisheimer Feuerwehr ein Generationswechsel. Rudolf Mieling wird zum 1. Kommandanten gewählt und löst somit Josef Czernich ab. 1. Vorstand wird Walter Reindl. Nachdem sich die neue Führung der Wehr in ihr Aufgabengebiet eingearbeitet hatte, werden von der Vorstandschaft zum Jahresende 1992 bereits zwei für die Zukunft sehr entscheidende Projekte angegangen: Erste Vorüberlegungen zum Ausbau des Dachgeschosses werden getroffen und die Ersatzbeschaffung für die in die Jahre gekommenen Tanklöschfahrzeuge werden angestoßen. Im Sommer 1992 findet das erste Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Inspektionsbereichs Jura in Kaisheim statt. Neben der Abnahme der Bayerischen Jugendleistungsspange mussten die Jugendgruppen sich bei einer Lagerolympiade messen.

1993 ist Kaisheim wiederum Austragungsort des zweiten Zeltlagers der Jugendfeuerwehren des Inspektionsbereich Jura, das am Egerbuckweiher stattfand. Zur Austragung kommt die Deutschen Jugendleistungsspange. Insgesamt 74 Buben und Mädchen nehmen daran teil. Im Oktober 1993 nehmen die Vorstellungen zum Ausbau des Dachgeschosses konkretere Formen an, ein erster Entwurf für die zukünftige Nutzung wird erstellt.

1994 werden für die Kaisheimer Wehr 10 zusätzliche Meldeempfänger beschafft. Die Jugendgruppe wird mit den neuen Schutzanzügen ausgestattet. Des weiteren werden für die Jugendgruppe zwei Zelte beschafft.

Im Mai 1995 legen zwei Gruppen der Kaisheimer Wehr als eine der ersten im Landkreis die Leistungsprüfung zur Technische Hilfeleistung ab. Am 7. Juli 1995 wird das in Eigenregie und mit sehr viel Arbeit umgebaute Mehrzweckfahrzeug (Kombi) eingeweiht.

Im Januar 1996 findet ein Gespräch mit Bürgermeister Oppel statt. Der bereits seit längerem geplante Dachgeschossausbau sollte nun nach Genehmigung des Gemeinderates konkret angegangen werden. Am 6. April findet der erste Arbeitseinsatz hierzu statt; ab Oktober wird an zwei Wochentagen abends regelmäßig im Feuerwehrgerätehaus gearbeitet.

Das Jahr 1997 ist geprägt von Höhen und Tiefen. Im Juli verunfallen auf der Einsatzfahrt zu einem schweren Verkehrsunfalle zwei unserer Einsatzfahrzeuge auf der B2. Das erst seit zwei Jahren im Einsatz befindliche Mehrzweckfahrzeug hat nur noch Schrottwert, das LF 8 wird erheblich beschädigt. Im September wird nach knapp 1½ jähriger Bauzeit der neue Schulungs- und Aufenthaltsraum seiner Bestimmung übergeben. Die neuen Räumlichkeiten schaffen die optimalen Voraussetzung um auch den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden.Ende November wird das uns zugeteilte Katastrophenschutzfahrzeug LF 16-TS bei der FF Buch am Ammersee abgeholt. In Zukunft können junge Feuerwehrkameraden Ersatzdienst in unserer Wehr leisten.

Die Neuwahlen im Januar 1998 bringen keine wesentlichen Veränderung mit sich. Im März übernimmt 1. Kommandant Rudolf Mieling von Josef Czernich nun auch noch das Amt des Kreisbrandmeisters für den KBM-Bereich Kaisheim. Weiterhin tritt der Kaisheimer Jugendwart Roland Schmid die Nachfolge von Anton Müller als Inspektionsjugendwart an. Im Juni 1998 wird vom Landkreis Donau-Ries das Löschgruppenfahrzeug LF 16-TS an die Kaisheimer Wehr übergeben. Den kirchlichen Segen spendet der Kaisheimer Pfarrer Anton Scherer. Ein paar Tage später übergibt Bürgermeister Franz Oppel beim Grillfest das selbst hergerichtete Mehrzweckfahrzeug der Kaisheimer Feuerwehr. Ende August besucht der Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber Kaisheim; die Wehr übernimmt den Ordnungsdienst.

Zum dritten Mal ist Kaisheim im Juli 1999 der Austragungsort für das Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Landkreises Donau-Ries. Im Rahmen des Zeltlagers kommt die Deutschen Jugendleistungsspange zur Austragung.
Die Ausrüstung der Wehr wurde ergänzt - 10 zusätzliche Meldeempfänger wurden beschafft.
Die seit langem gewünschte Ersatzbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 16/12 für die veralteten Tanklöschfahrzeuge rückt in greifbare Nähe. Im Dezember wird die Ausschreibung zur Neubeschaffung durchgeführt.

Im Frühjahr 2000 fällt nach kontroversen Diskussionen die Entscheidung für den Aufbauhersteller Metz auf einem MAN-Fahrgestell. Die Feuerwehr wird komplett mit dem neuen Schutzanzug Bayern 2000 ausgestattet; für die Atemschutzgeräteträger wird auch eine Überjacke angeschafft. Die persönliche Schutzausrüstung entspricht nun wieder dem aktuellen Stand der Technik und gewährleistet auch in Zukunft einen optimalen Schutz der Feuerwehrkameraden beim Einsatz- und Übungsdienst. Im September übernimmt die Wehr bei der Einweihung der Ortsumgehung den Ordnungsdienst. Im November findet in Kaisheim die erste Standortschulung für Maschinisten des Landkreises statt. Das Jahr 2001 stellt sicherlich einen Höhepunkt in der langjährigen Geschichte der Kaisheimer Wehr dar. Das lang ersehnte Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 wird am 27. Juli in Karlsruhe abgeholt. Am gleichen Tag muss unser altes Tanklöschfahrzeug seinen letzten Einsatz beim Brand eins Abfallhaufens in der Nähe der "Schweinerei" bewerkstelligen. Bereits vier Tage später muss das LF 16/12 bei einem Brand in Bergstetten seine Feuertaufe bestehen. Der für den 15. September geplante Kreisjugendfeuerwehrtag in Kaisheim musste aufgrund der tragischen Ereignisse des 11. Septembers in den USA entfallen. Anstelle dieser Veranstaltung wird im Marienmünster ein Gedenkgottesdienst zelebriert, an dem alle Hilfsorganisationen des Landkreises samt Fahnen teilnehmen. Am 21. Oktober wird das neue Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 auf dem Münsterplatz feierlich seiner Bestimmung übergeben. Das moderne Fahrzeug sichert nun auf Jahre die Einsatzbereitschaft der Kaisheimer Wehr. Erste Überlegungen zur Präsentation der Freiwilligen Feuerwehr Kaisheim auf einer eigenen Homepage werden angestellt

 

27. Mai 1956: 90 - jähriges Gründungsfest

Die Spenden der Kaisheimer Bevölkerung und die Hilfe der Marktgemeinde ermöglichten den Kauf einer neuen Fahne, die 1200,- Mark kostete. Das Jubelfest wurde vom Kommandanten, Festausschuss und von vielen freiwilligen Helfern vorbereitet. Einwände von Pessimisten, die auf ein in Kaisheim bereits zur Tradition gewordenes Schlechtwetter bei vorausgegangenen Festen hinwiesen, schob der Kommandant mit dem Hinweis beiseite: "Bei meinem Fest regnet es nicht." An diesem großen Tag war dann, wie vorausgesagt, schönes Wetter, als die Festkapelle Dechentreiter früh um 6 Uhr den Weckruf für die Bürger spielte. Die anwesenden 33 Feuerwehren, die örtlichen Vereine und Einwohner von Kaisheim und Umgebung erlebten im geschmückten Marienmünster einen von Hochw. Pfarrer Ernst zelebrierten Festgottesdienst.
  Die Fahnenabordnung, begleitet von 6 Fahnenbräuten, hatte am Hochaltar Aufstellung genommen, als der Geistliche mit eindringlichen Worten über den Sinn einer Fahne sprach, um anschließend die neue Fahne zu weihen. Nach der Weihe hefteten die Mädchen die gestifteten Fahnenbänder an die neue Fahne. Vom Festplatz Brauereigarten aus marschierte am Nachmittag ein imponierender Festzug durch die reich geschmückten, von Zuschauern dicht gesäumten Strassen. Am Festplatz begrüsten Bürgermeister Neuner, Kommandant Eisenbarth, Vorstand Wider sowie Ehrenmitglied und Festredner Andreas Richter alle Ehrengäste und Gäste im vollbesetzten Garten, welche bei bester Stimmung bis spät in die Nacht aushielten. Abschluss dieser Jubiläumstage war für den Verein am Montag ein Gedenkgottesdienst für die gefallenen und verstorbenen Kameraden. Niemand konnte ahnen, dass unser verdienter Kommandant und Marktgemeinderat Benedikt Eisenbarth schon bald der nächste sein sollte, den wir zu Grabe tragen mussten

 

Die Zeit von 1881 bis 1956:

  • 1881: Feuerwehrübung im Kgl. Gestüt Bergstetten.
  • 3. Juni 1886: Seine Kgl. Hoheit Prinz Ludwig wird auf der Durchreise mit Triumphbogen und Fahnen von der freiwilligen Feuerwehr empfangen.
  • 1. August 1886: Seine Exz. Kgl. Stallmeister Reichsgraf von Holnstein wird Ehrenmitglied der Kaisheimer Feuerwehr.
  • 1892: Anschaffung eines Rettungsschlauches.
  • 1894: Nach bereits früher mit der Feuerwehr des Kgl. Zuchthauses durchgeführten Löschübungen, wird erstmals die Rettung von Gefangenen im Brandfall geübt.
  • 4. Juli 1895: Die Feuerwehr steht Ehrenspalier zum Empfang seiner Kgl. Hoheit Prinzregent Luitpold von Bayern, anläßlich eines Besuchs in Kaisheim.
  • Januar 1903: Dei Freiwillige Feuerwehr erhält neue Uniformen.
  • 2. August 1903: Luitpold Reindl, Autor des Buches "Geschichte des Klosters Kaisheim, feiert Primiz. Den Ordnungsdienst übernimmt die freiw. Feuerwehr.
  • 1913: Das Feuerwehrgerätehaus erhält elektrische Beleuchtung.

Das 50. Gründungsfest 1916 konnte nicht stattfinden. Anstelle eines Freudenfestes starben die ersten Kameraden als Soldaten den "Heldentod". Unter den vielen Männern aus Kaisheim, die in den beiden Kriegen sterben mussten, waren auch 12 Feuerwehrkameraden, denen die Heimkehr nicht vergönnt war. Um den Feuerschutz in den Kriegsjahren aufrecht erhalten zu können, wurden alle männlichen Einwohner zwischen 16 und 60 Jahren zum Löschdienst verpflichtet. Bis sich in den 20er das Leben normalisierte, mussten 1920/21 Männer der Feuerwehr eine bewaffnete Einwohnerwehr zum Schutz der Bürger bilden. Im Januar 1926 berieten die aktiven Feuerwehrkameraden über die Durchführung des 60-jährigen Gründungsfestes. Die Versammlung beschloss, zugunsten des Krieger- und Veteranenvereins, dessen 50-jähriges Gründungsfest im selben Jahr anstand, das eigene Fest auf 1927 zu verlegen. Dieses Fest war außerdem ein weiterer Baustein im wiedererwachten kulturellen Leben Kaisheims:

  • 1924: Gründung des Gesangsvereins Liedertafel Kaisheim.
  • 1926: 50-jähriges Gründungsfest des Krieger- und Soldatenvereins.
  • 1927: 60-jähriges Gründungsfest der freiwilligen Feuerwehr Kaisheim.
  • 1928: Fahnenweihe des Gesangsvereins Liedertafel Kaisheim.
  • Juli 1934: Dei freiwillige Feuerwehr beteiligt sich an den großen Vorbereitungen zur 800- Jahrfeier der Klostergründung. Die Männer waren beim Ordnungsdienst eingeteilt und in historischen Gewändern am Festzug beteiligt, in welchem die Geschichte des Klosters von der Rodung der Wälder bis zur Säkularisation dargestellt wurde. Am gleichen Tage wurde auch die vom Bayerischen Staatsministerium des Innern ausgesprochene Erhebung der Gemeinde Kaisheim zur Marktgemeinde aufgrund der großen kulturellen und geschichtlichen Bedeutung der früheren Reichsabtei gefeiert.
  • Oktober 1938: Neupriester Hans Häusler feiert im Marienmünster seiner Heimatgemeinde Primiz. Die freiw. Feuerwehr übernimmt den Ordnungsdienst.

1934 übernahm die deutsche Wehrmacht das Staatsgut Neuhof als Remonteamt; damit verbunden war eine große bauliche Erweiterung. Dies brachte u.a. die Aufstellung einer betriebseigenen Feuerwehr, welche 1939 mit einer TS 8 nebst Gerät ausgerüstet wurde. Gute aktive Mitglieder vom Neuhof mussten wechseln und gingen der Kaisheimer Wehr einschließlich der jährlichen Zuschüsse verloren. Vorteil war, dass neben der TS 8 der Strafanstaltsfeuerwehr eine zweite TS 8 vor Ort zur Verfügung stand. Dies erklärt auch die späte Eigenbeschaffung (1962) einer TS 8. 1940 waren die Mehrzahl der aktiven Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst eingezogen. Als Ersatz wurden zwei Gruppen Jugendlicher der HJ zur Feuerwehr und Frauen zum Luftschutz verpflichtet.

30. Januar 1949: Eintrag ins Dienstbuch durch Bürgermeister Neuner: Als der Krieg 1945 zu Ende war und unser Ort durch die amerikanischen Streitkräfte besetzt wurde, war auch unsere Feuerwehr vollständig auseinander gerissen. Die meisten Kameraden waren in Kriegsgefangenschaft oder gefallen, die Geräte der Wehr überall zerstreut, das Spritzenhaus Unterkunft für Ausländer, alles in allem ein trostloser Zustand.

Es dauerte fast ein Jahr bis die noch vorhandenen Feuerlöschgeräte wieder in das Spritzenhaus eingebracht werden konnten, die Feuerwehrstandarte blieb verschwunden. In der Jahreshauptversammlung am 29. Januar 1949 beschlossen die anwesenden Männer, wieder eine freiw. Feuerwehr als Verein zu gründen. Als Vorstand wurde Josef Wider, als Kommandant Josef Reindl gewählt. Leider mußte wegen Rücktritts des Kommandanten Reindl am 18. Dezember 1949 ein neuer Kommandant gewählt werden. Nachfolger wurde Benedikt Eisenbarth, der mit großer Mehrheit das Vertrauen erhielt. Nach 1945 ging das Remonteamt der deutschen Wehrmacht in das staatliche Versuchsgut Neuhof über. Infolge der Umstellung wurde die betriebseigene Feuerwehr aufgelöst. Die meisten kehrten wieder zur Wehr in Kaisheim zurück. In den Jahren nach 1948 konnte man bei vielen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, ob alteingesessen, oder ausgewiesene Landsleute, eine Hinwendung zur Gemeinschaft spüren. Dies brachte u.a. erfreulich viele Vereinsgründungen (Sportverein, Schützenverein) und auch eine besondere Aktivierung der freiw. Feuerwehr unter Kommandant Eisenbarth und Vorstand Wider mit sich. Neue Dienstkleidung wurde beschafft, die Ausrüstung verbessert und fleißig geübt. Den wiedererweckten Kameradschaftsgeist pflegten besonders die aus Krieg und Gefangenschaft heimgekehrten Feuerwehrkameraden mit der nachwachsenden Jugend. Unter diesen günstigen Voraussetzungen ging die Wehr mit Begeisterung und Schwung an die Vorbereitungen zum 90- jährigen Gründungsfest.

 

25 - jähriges Gründungsfest

Ein Beweis für Ansehen und Bewährung der Wehr waren die Spenden und Hilfen zum 25-jährigen Gründungsjubiläum 1891. Fünf Festausschüsse unter Vorstand Josef Jung und Hauptmann Weininger stellten die Vorbereitung auf eine breite Basis. Sie erhielten volle Unterstützung durch die Gemeinde mit Bürgermeister Mieling, von allen Einwohnern, dem Leiter des Kgl. Zuchthauses, des Kgl. Gestüts Neuhof und des Kgl. Forstamtes. Als Festredner fungierte Lehrer Ellenrieder, welcher nach dem Feste eine sehenswerte Chronik fertigte, die 1893 sogar am 14. Deutschen Feuerwehrtag in München ausgestellt wurde. Laut Chronik begann das Fest mit einem Fackelzug am 27. Juli 1891 zu Ehren des Gründers und Ehrenmitgliedes Alex Hoser. Am Sonntag, 28. Juli, zelebrierten Hochw. Pfarrer Zöschinger mit den Hochw. Langhans, Probst und Hochmuth den Festgottesdienst. Viele Zuschauer feierten beim Festzug am Nachmittag die Feuerwehren und staunten am Abend über ein großartiges Feuerwerk. Der dritte Festtag war am Vormittag mit einem Gedächtnisgottesdienst den verstorbenen Kameraden gewidmet. Danach stellte sich die Wehr zu einem sehr gelungenem Erinnerungsfoto auf. Am Nachmittag zogen Feuerwehr und Einwohner von Kaisheim mit Musik zum fröhlichen Waldfest am Egerbuck. Von 72 geladenen Feuerwehren kamen 68 mit 1302 Mann, 41 Fahnen und Standarten und 106 Pferden. Männer aus Augsburg, Neuburg, Dillingen und Wallerstein hatten die längsten Anfahrtswege. Die zahlreichen Ehrengäste vom Bezirksamt, von der Regierung und von den Kgl. Ministerien waren voll des Lobes über Engagement und Festfreude der Kaisheimer Einwohner.

 

 

Die ersten Jahre: 1865- 1891

Es war im Jahre 1865, als der Kgl. Bezirksamtmann Finnweg anordnete, in allen Gemeinden des Bezirksamtes Donauwörth Pflichtfeuerwehren aufzustellen. Diese Pflichtfeuerwehr hatte in Kaisheim einen sehr kurzen Auftrag, denn schon am 26. Mai 1866 kamen 26 angesehene Kaisheimer Männer zusammen und gründeten auf Initiative von Kaminkehrermeister Alex Hoser eine freiwillige Feuerwehr. Der im selben Jahr von Augsburg nach Kaisheim berufene Hoser hatte genug Erfahrung, die Kaisheimer Feuerwehr als erster Vorstand ausbilden und führen zu können; ihm zur Seite stand Josef Reindl als Kommandant. Mit Begeisterung stellten sich die Wehrmänner einer guten Ausbildung und bemühten sich unter Opfern um Löschgerät und Uniformen. Große Unterstützung wurde der Wehr durch Bürgermeister Raab und Brauereibesitzer Scheider zuteil. Materielle Hilfe gaben das Kgl. Zuchthaus und das Kgl. Staatsgestüt Neuhof. Eine Fahnenstandarte spendeten 1876 Kaisheimer Jungfrauen.

Bis der barocke Vorbau an der Klosterkirche 1872 abgebrochen wurde, konnten dort die Löschgeräte Aufnahme finden. Notdürftig untergebracht wurden dann Spritze im Stadel der Brauerei, Leitern im Stadel des Revierförsters und die Schläuche bei Vorstand Bösl. Letztere konnten wegen der Feuchtigkeit und vieler Mäuse nicht bei der Spritze aufbewahrt werden. 1879 schaffte die Gemeinde unter Bürgermeister Mieling Abhilfe und baute gegenüber der Kirche ein Gerätehaus, das 2400,- Mark kostete. Als nächste Anschaffung erfolgte 1881 eine neue Saug- und Druckspritze mit Schlauchhaspel um 1460,- Mark, die heuer noch brauchbar ist. 500,- Mark kostete 1884 die mechanische Drehleiter. Die Wehr hatte bald 48 aktive und 68 passive Mitglieder und galt als schlagkräftige Feuerwehr, die sich bei Brandeinsätzen in Kaisheim und den Nachbargemeinden bewährte. Bei späteren Neugründungen in den Nachbargemeinden standen Vorstand und Kommandant mit Rat und Erfahrung gerne zur Verfügung.